Evaluation der Qualifizierungsphase

Die Qualifizierungsphase ist abgeschlossen und mit ihr wurde eine große Evaluation der ersten Projekthälfte mit den Teilnehmenden durchgeführt. An fünf Wochenend-Workshops, wurden 14 junge Menschen aus dem Kreis Steinfurt zu sogenannten Mobilmachern ausgebildet. 

 

Beim ersten Workshop im November 2017 stand zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. 14 junge Menschen aus dem Kreis Steinfurt hatten sich dazu entschieden, sich zu sogenannten Mobilmachern ausbilden zu lassen. Sie hatten ganz verschiedene Hintergründe und Motivationen. Am häufigsten wurde in der rückblickenden Evaluation aber das Interesse an der Teilnahme und Durchführung eines internationalen Projektes, allgemeiner persönlicher Weiterbildung und der Wunsch danach, Gleichgesinnte kennenzulernen, genannt. Am selben Wochenende begann auch der inhaltliche Einstieg: In einem EU-Kompaktkurs konnte gemeinsam die Grundstruktur der Europäischen Union kennengelernt oder wiederholt und anschließend ausgiebig über verschiedene Aspekte und aktuelle Themen diskutieren werden. Dieser Workshop wurde von den Teilnehmenden im Nachhinein mit der Schulnote 2 bewertet und besonders der gemeinsame Einstieg ins Projekt gelobt. Viele Teilnehmende hätten sich sogar noch mehr Zeit für die Diskussionen gewünscht.

 

Der zweite Workshop fand im Januar 2018 unter dem Motto „internationale Mobilität“ statt. In intensiven Workshops lernten die Teilnehmenden verschiedene Kurz- und Langzeitprogramme, die jungen Menschen einen Aufenthalt in einem anderen Land ermöglichen, kennen. Dabei bereicherten die zahlreichen eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden das Wochenende. Durchschnittlich wurde es mit einer Schulnote von 2,37 bewertet. Besonders beeindruckt hat die Teilnehmenden im Nachhinein die Fülle an Programmen, die auch für sie persönlich als Potentielle Teilnehmende spannend waren. Etwa skeptisch waren sie allerdings, wie sie die Informationen in ihren eigenen Projekten vermitteln können. Für den Anfang freuten sie sich aber über einen Besuch von Katharina Teupen, die zu der Zeit für die Präsenz auf Messeveranstaltungen verantwortlich war und von verschiedenen Möglichkeiten des Engagements im Bereich der Jugendinformation aufzeigte. Auch das gemeinsame Abendprogramm der stetig weiter zusammenwachsenden Gruppe blieb positiv in Erinnerung.

 

Der dritte Workshop war für ¾ der Teilnehmenden das Highlight der ganzen Qualifizierungsphase: Gemeinsam wurde internationale Jugendmobilität erfahrbar gemacht und ein Wochenende in Brüssel mit dem Ziel, EU-Politik vor Ort zu erleben, verbracht. Gemeinsam wurden EU-Institutionen und Politiker besucht und weiter über ein jugendgerechtes Europa diskutiert. Das Besondere an der Reise war auch, dass die Teilnehmenden das Programm selbst bestimmen sollten. Gemeinsam wurde in den vergangenen Workshops der Rahmen entwickelt und vor Ort Aufgaben und Programmpunkte auf verschiedene Kleingruppen aufgeteilt. Dies war mit einer Durchschnittsnote von 1,55 auch der am besten bewertete Workshop. Besonders gefallen hat den Teilnehmenden die Balance zwischen praktischer Politik und „EU zum Anfassen“ und Zeit mit der Gruppe sowie die hohe Partizipation. Allein das Hostel fand weniger Anklang.

 

Der vierte Workshop drehte sich rund um Methoden der Arbeit mit Gruppen. Er fand bei enormer Hitze im Juni 2018 statt. In Kleingruppen wurden Methoden vorbereitet, die mit der gesamten Gruppe probiert und reflektiert wurden. Nicht zuletzt wegen hoher Temperaturen und Überschneidungen der Methoden, wurde dieser Workshop als vergleichsweise anstrengend empfunden und mit einer Durchschnittsnote von 3 auch am schlechtesten bewertet. Dennoch wurde es wertgeschätzt, dass sich die Teilnehmenden praktisch ausprobieren konnten und wertvolles Feedback erhielten. Auch blieb das abendliche Lagerfeuer positiv in Erinnerung.

 

Der fünfte und letzte Workshop hatte die Konkretisierung der eigenen Projektideen im Fokus. Im Rahmen eines Projektmanagementwochenendes wurden Schritt die Projektideen zu einem konkreten und strukturierten Projekt. Diese Konkretisierung – wenn auch sehr geballt auf einmal – wurde auch von allen Teilnehmenden als besonders gelungen betont. Auch dass bedauert wurde, dass es bereits der letzte Workshop war, ist aus Projektsicht ein gutes Zeichen. Der letzte Workshopwochenende wurde durchschnittlich mit einer 2 bewertet.

 

Durchschnittlich wurden die Qualifizierungsphase insgesamt mit 2,22 bewertet. Auf einem ähnlichen Niveau lag auch die durchschnittliche Bewertung der Einzelworkshops. Die Teamenden wurden mit 1,43 im Durchschnitt sehr gut bewertet, wobei besonders die Möglichkeiten zur Partizipation und damit verbundene Flexibilität und das Gefühl von Gleichrangigkeit gelobt wurde. Auch Geduld, Sensibilität, Präsenz, Hilfsbereitschaft und das Geben von Freiheiten wurde besonders hervorgehoben. Die Organisation insgesamt wurde mit 2,11 bewertet. Hier wurde neben vielen Möglichkeiten der Mitbestimmung besonders die klare Planung und die Unterkünfte positiv hervorgehoben. 

Insgesamt wurde durchschnittlich an 4,33 von 5 Workshops teilgenommen, der Großteil der Mobilmacher hat also das gesamte Programm mitgemacht und entsprechend fühlen sich auch alle gut auf die nächste Projektphase, der Umsetzung der eigenen Projekte, vorbereitet.

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