Natur – Kultur – Pur: Eine Jugendbegegnung in Russland

Unter diesem Motto trafen sich über den Sommer deutsche und russische Jugendliche. Von Osnabrück ging es Ende Juli los Richtung St. Petersburg. Hier wurde die russische Gruppe getroffen und nach kurzem Kennenlernen ging es schon direkt weiter zum ersten Abenteuer der Reise: Eine Fahrt in einem Nachtzug ins etwa 450km weiter nördlich liegende Petrosawodzk und von dort nochmal 2 Stunden im Kleinbus bis zum eigentlichen Start. Schon hier wurde klar: In Russland herrschen andere Dimensionen als es in Deutschland gewohnt ist. Geplant war eine 3-tägige Rafting-Tour, aber zunächst ging es an die Vorbereitungen: Gemeinsam mussten die Taschen für die Reise gepackt und die Boote aufgepumpt werden. Dann musste das Gesamte Gepäck auf den Booten verstaut werden, schließlich sollten die nächsten drei Tage in der unberührten Natur, fernab anderer Menschen verbracht werden. Nach einer Sicherheitseinweisung konnte es dann endlich losgehen. Schnell entwickelten sich auf den verschiedenen Booten Gespräche, es wurde fleißig übersetzt, erste Wörter der anderen Sprache gelernt und zur Not mit Händen und Füßen gezeigt, was gemeint ist. Das Wetter war perfekt, sodass der erste Tag auf dem Boot bei ruhigem Wasser ruhig und entspannt verlief. Am Abend wurde angelegt und noch bevor es dunkel wurde von allen gemeinsam das Zelt-Camp errichtet und ein Abendessen zubereitet werden. Alle packten tatkräftig mit an, sodass schnell alles erledigt war und der Abend entspannt am Lagerfeuer mit vielen spannenden Geschichten ausklingen konnte.

 

Am nächsten Tag starten alle noch motiviert und genossen die vielen Badepausen, die Abkühlung in der Hitze brachten. Gegen Nachmittag wurde die Zeit aber allmählich lang, da weder eine Mittagspause noch bedeutende Stromschnellen in Sicht waren: Wegen des heißen und trockenen Sommers führte der Fluss deutlich weniger Wasser als gewöhnlich, weshalb es nur langsam voran ging und die Strömung kaum erkennbar war. Deutlich weniger motiviert und hungrig waren dann alle froh, als endlich das Camp wieder aufgebaut wurde und der Abend abermals am Lagerfeuer und mit verschiedenen deutschen, russischen und englischen Liedern verbracht werden konnte. Am nächsten Tag stieg die Stimmung enorm als die Tourguides wie aus dem Nichts einen Motor für eines der Boote herzauberten. So wurden an ruhigen Stellen die Boote zusammengebunden und entspannt durch die russische Natur gefahren. Erst als gegen Ende ein Gewitter aufzog, wurde es unruhiger, aber da war auch schon das Ziel erreicht und in strömendem Regen die Boote entladen und sich wieder auf dem Weg zum Zug und dann nach St. Petersburg gemacht. Alle waren sich einig, dass die vergangenen drei Tag fernab der Zivilisation und ohne Handyempfang eine ganz besondere Erfahrung waren, freuten sich aber auch auf die Dusche im Hostel in St. Petersburg.

 

Endlich wieder sauber, konnte sich so auch wieder unter Menschen gewagt werden und gemeinsam in deutsch-russischen Kleingruppen die Stadt erkundet werden. An den weiteren Tagen wurden nicht nur die Vorzüge der Stadt genossen, sondern auch noch tiefer in die Kultur eingetaucht. Highlights waren dabei der kulturelle Abend, an dem der deutsche Teil der Gruppe versuchte, „typisch Deutsches“ darzustellen, ein Ausflug zur Parkanlage Peterhof und der Bezug zu Deutschen in St. Petersburg. So war der Abschied trotz eines großen, gemeinsam zubereiteten deutsch-russischen Essens doch traurig. Viele sagten allerdings, dass sie sich schon auf die Rückbegegnung im nächsten Jahr freuten.

 

Bestärkt durch das Projekt „Die Karawane zieht weiter… Europa lebt!“ nahmen einige Mobilmacher an dieser Jugendbegegnung teil und erzählten auch ihren Freunden und Bekannten davon, sodass sich die Plätze in diesem Jahr sehr viel schneller erschöpften als sonst. Das Projekt hat also auch positiven Einfluss auf bestehende Programme, indem Informationen von den Mobilmachern gezielter gestreut werden und im Nachhinein sicherlich auch von ihren Erfahrungen berichten werden.

 


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